Re:publica08 in Berlin

April 2, 2008

Leider kann ich dieses Jahr nicht mit dabei sein bei dem großen Event der Internetszene. Aber zum Glück kann ich hier die Konferenzen bei der Re:publica per Live-Stream verfolgen.

Besonders interessiert hat mich die Diskussionsrunde: Die Zukunft von Social Networks. Ich stelle mir oft die Frage, wohin das ganze Online-Getue führen soll und was gibt es nicht, was es doch schon gibt!?!

Dirk Olbertz (NoseRub), Joel Berger (mySpace), Michael Brehm (StudiVZ) und Oliver Überholz (mixxt) waren bei der eben genannten Diskussionsrunde dabei.

Unter Anderem haben die Teilnehmer über das Thema Datensicherheit und Schutz der Jüngeren, sprich der unter 14-Jährigen bzw. bei SchülerVZ der unter 12-Jährigen debattiert. Es gab, gibt und wird wohl auch so schnell keine 100%ige Garantie dafür geben, die ausschließt, dass sich zu junge User bei den Netzwerken einen Account einrichten können. Joel Berger erwähnte, dass MySpace versucht unter 14-Jährige über Algorithmen herauszufiltern. Sie beobachten das Verhalten, schauen sich an, mit welchen Menschen jemand befreundet ist und wollen so erkennen können, wie alt derjenige ist. Ist das nicht fraglich? Diese Kontrolle ist ja keine Methode, die wirklich Sicherheit bietet.

Es wurde die Frage in den Raum gestellt, was es denn den jüngeren bringe, wenn sie sich in Netzwerken einloggen würden, die gar nicht im Interesse ihrer Altersgruppe stehen. Gute Frage eigentlich, dachte ich, weiß allerdings aus eigener Erfahrung, dass meine jüngere Kusine sich als Schülerin auch bei StudiVZ angemeldet hat, ganz einfach, ohne großen Aufwand…

Ein anderes interessantes Thema kam auf: Das Löschen von Daten! Was passiert mit den Daten, wenn ich sie lösche? Oliver von mixxt gab zu bedenken, dass das Löschen ein komplizierter Vorgang sei. Bei mixxt gibt es nicht nur User und Betreiber, sondern auch die Admins. Netzwerke, beispielsweise Eventnetzwerke, werden irgendwann, wenn das Event vorbei ist, inaktiv. Aber was ist weiter mit den Daten? Irgendwie haben die vier sich gut um das Thema gedrückt…

Später wurde es etwas philosphischer ;-). Dirk Olbertz führte an, dass man als User bei StudiVZ keine Möglichkeit habe, alle seine Daten für ALLE sichtbar zu machen, wenn man das möchte. Es gibt keine Möglichkeit außerhalb von StudiVZ bei Google gefunden zu werden. Als User habe man keine Wahl, keine Möglichkeit, auch wenn man Medienkompetenz besitze.

Aber es gibt eben Menschen, denen verantwortungsvoller Umgang mit Medien fehlt und dann werden evtl. junge Menschen zu etwas verführt, was sie nicht wollen. Das gab auch Michael Brehm zu verstehen und verteidigte die Schutzentscheidung von StudiVZ, die eben nicht diese Möglichkeit der globalen Offenheit bieten.

Oliver hat daraufhin folgenden Einwand gebracht: Wahl oder nicht Wahl! Will man eigentlich noch eine Wahl haben? Sind wir nicht froh, wenn uns die Entscheidung abgenommen wird und wir nicht zwischen zwei, oder wie es eigentlich viel häufiger der Fall ist, zwischen mehreren Alternativen täglich entscheiden müssen? Sein Beispiel über den Anbau von Gemüse machte es deutlich: die meisten von uns bauen Gemüse nicht selbst an, sondern überlassen die Art und Weise des Gemüseanbaus der Industrie. Wir geben unser Vertrauen also anderen, um uns darum nicht mehr kümmern zu müsen. Viele Menschen möchten keine zusätzlichen Entscheidungen mehr treffen und möchten sich lieber anderen Dingen widmen. Die Mehrheit ist froh, dass ihnen die Entscheidung abgenommen wird.

Zu der Frage, was nach den Social Networks noch kommen würde, gab es kontroverse Meinungen. Joel Berger bemerkte, dass es in Social Networks um Kommunikation, um Selbstdarstellung und um den Entdeckungsgedanken gehe und dass sich das nicht im großen Maße ändern würde.

Oliver und Michael hingegen sind der Meinung, dass es in Richtung moderner Ersatz für das Fernsehen gehen würde. Man wird nicht mehr konsumieren, was im TV angeboten wird, sondern man wird die Gelegenheit nutzen, online aktiv mit zu bestimmen was man konsumiert. Später wird es bspw. üblich sein, einen eigenen Stream zu bekommen und darüber zu sehen, was es neues bei Freunden gibt.

Ich bin auch der Meinung, dass Medienkonsum durch den Einsatz von Social Networks noch stärker personalisiert und individualisiert wird. Ob dabei die Qualität der Informationen verbessert wird oder auf der Strecke bleibt, bleibt abzuwarten und ich bin sicher, dass alles anders kommen wird, als man sich das heute vorstellen kann.

 

 

 


Der Tag an dem ich Twitter kennenlernte

April 1, 2008

Schon den Namen konnte ich mir anfangs nicht merken… Twitter! Ich konnte auch keinen Sinn darin erkennen, jeden auf dem Laufenden darüber zu halten, was ich gerade tue. Wen interessiert das denn? Und was habe ich davon, wenn andere wissen, dass es bei mir gerade regnet oder was ich gerade für einen Film gucke?

Twitter ist ein Dienst, bei sich angemeldete Benutzer kurze Textnachrichten hinterlassen können. Diese Nachrichten nennen sich „Updates“ oder „Tweets“ und enthalten maximal 140 Zeichen. Man selbst kann entscheiden, ob diese Nachrichten allen zur Verfügung stehen oder nur auf Freundesgruppen beschränkt sein sollen. Es ist sogar möglich, sich die Kurznachrichten auf’s Handy schicken zu lassen.

Ich muss ehrlich gestehen, ich versuche da regelmäßig zu schreiben, ist ja auch Teil meines neuen Jobs, aber so richtig sinnvoll finde ich es nicht. Obwohl ich schon immer gespannt gucke, was die Leute so machen, denen ich folge. Vielleicht packt die Twitter-Sucht ja noch unerwatret zu. Außerdem macht wenig sinnvoll ja auch Spaß!


Die re:publica

März 31, 2008

Da gerade in der Network- und Blogger-Branche die re:publica (findet vom 02.04 zum 04.04.2008 statt) stark im Gespräch ist, setze ich heute hier mal an.

Bei der re:publica handelt es sich um eine ähnliche Art von Veranstaltung wie es die BarCamps sind. Sie findet in Berlin statt und ist ein Treffpunkt für alle, die sich im Netz tummeln, egal ob aktive Blogger oder einfach nur Interessierte. Leute, die sich in den Bereichen Kultur, Medien, Politik und alltäglich genutzter Technik mit dem Internet und Web 2.0 befassen nehmen teil und können Vorträge halten und anhören. Dieses Jahr steht die re:publica unter dem Motto “Die kritische Masse”. Es soll bedeuten, dass das Internet und neue Kommunikationsformen immer mehr in den Alltag der Menschen integriert wird. „Web 2.0-Anwendungen entwickeln sich zu Selbstläufern. Und zum anderen steht auch die Fähigkeit der Masse zur Kritik im Zentrum des dreitägigen Events“.

Es gibt neben der offiziellen Webseite hier ein re:publica Social Netzwerk. Die Teilnehmer können u. a. vorab gucken, wer da sein wird und sich während und nach der Veranstaltung austauschen, wie es bei den meisten BarCamps, die ich bis jetzt miterlebt habe, auch der Fall war. Das ist wirklich eine tolle Sache. Ich habe nach dem BarCampRuhr Kontakte, die ich dort kennen gelernt habe über das Netzwerk wiedergefunden und nun tauschen wir uns regelmäßig aus.


Das Web 2.0

März 28, 2008

Ich habe also Social Networking endlich verstanden. Wie schon erwähnt, ergibt sich ein fremdes Wort nach dem anderen.Und der Weg in die Internet-Welt besteht ja aus noch viel mehr Erklärungsbedürftigem. Da kann ich gleich bei Web 2.0 bleiben.

Als ich jemanden fragt, was das denn bedeute, habe ich folgende, aufschlussreiche Antwort erhalten: das ist ein user generated Web… Toll! Was soll ich damit wieder anfangen? Also hab ich mich weiter erkundigt und es ergab sich ein eigenes Bild. Web 2.0 ist ein sehr weiter Begriff. Um es aber nicht kompliziert und zu technisch zu machen, hier meine Eindruck: es bedeutet, dass die Nutzer des Internets (also auch ich) Inhalte im Internet erstellen und bearbeiten können. Sie könen somit aktiv an der Gestaltung im Netz mitwirken. So im Groben jedenfalls. Hier noch zwei nützliche Links dazu: Die Erklärungen von O’Reilly und die Web 2.0 tagcloud von kosmar.


Der erste Arbeitstag

März 27, 2008

Das Wort, dass ich gleich als nächstes an meinem ersten Arbeitstag in der Social Network-Branche verstehen musste, war das Wort selbst.

Nach einer lustigen Begrüßung fing die Hektik an: melde dich hier und da an, mache dir dort einen Account, guck dir dies an, guck dir das an… Wörter wie twitter, delicious, facebook, goplan u.s.w. flogen mir entgegen. Da ich mich davor gerade mal mit Xing, StudiVZ und Skype angefreundet hatte, war mein erster Arbeitstag ein einziges Chaos aus Passwörtern und Benutzernamen. Naja, wenn ich ehrlich bin, war alles für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Ich sollte mich in den gängigsten Netzwerken anmelden und von den wenigsten hatte ich je etwas gehört. Nicht mal mit dem Begriff Social Network konnte etwas Konkretes verbinden. Dieses Unwissen hatte mit diesem ersten Arbeitstag schlagartig ein Ende. Ich erschuf mir also eine Web 2.0-Identität und wurde Teil davon.

Und mit dem Begriff Social Networking konnte ich am Ende des ersten Tages dann letztendlich auch was anfangen. Es handelt sich um den Versuch, soziale Geflechte zwischen Menschen und Menschengruppen zu schaffen. Wir sollen im Internet kommunizieren und uns austauschen. Einfach gesagt: zu jedem beliebigen Thema kann man sich online einen Platz schaffen, um sich mit Anderen auszutauschen. Dazu bieten viele verschiedene Firmen an, sich eigene Netzwerke zu erstellen.


Mein Start in die etwas andere Welt

März 26, 2008

Nachdem ich mich also nach sieben Monaten entschlossen hatte, meinen ersten “richtigen” Job nach dem Studium aufzugeben und damit einen Konzern und den reinen Vertrieb zu verlassen, freute ich mich auf einen neuen Anfang, neue Herausforderungen und neue Leute in der Internet-Branche. Mein Vorstellungsgespräch ließ schon durchblicken, dass ich diese ganze Branche noch lernen müßte. Aber das will ich ja auch!

Noch zwei Wochen bevor ich meinen neuen Job angetreten bin, fragte mich mein neuer Chef Olaf, ob ich nicht Lust hätte, am BarCamp Hannover teilzunehmen. Es sei eine, nein DIE Veranstaltung in der Branche und vielleicht hätte ich ja schon mal Lust da rein zu schnuppern, um zu erahnen, auf was ich mich da einließe. Bar…was? Barcamp? Barcamp, was zum Teufel soll das heißen? Klar, dachte ich mir dann, warum nicht, ich würde sicher schon rausbekommen, was das sein soll.

So war es dann auch. Ich hatte am Abend vor der Reise nach Hannover doch ein wenig Lampenfieber, weil ich nicht wusste, was mich erwartet. Dort angekommen herrschte eine faszinierende Stimmung. Es war anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Alles war ziemlich locker, ohne Zeitdruck, man kam relativ schnell mit den verschiedensten Leuten ins Gespräch. Ich gestehe, ich hatte anfangs etwas Sorge, dass sich da hauptsächlich Informatik-Freaks aufhalten würden und ich würde kaum ein Wort verstehen. Was die Anwesenden angeht wurde ich bitter „enttäuscht“. Es waren Marketing-Leute da, Journalisten, Gründer… und natürlich auch die Informatiker 🙂. Was das Verständnis betrifft, haben sich meine Befürchtungen anfangs bestätigt. Je länger ich jedoch dort war und mir die Vorträge angehört habe, desto mehr konnte ich aufnehmen und verstehen. Längst nicht alles, natürlich…

Das BarCamp hat sich also für mich als eine Art Zusammenkommen von webaffinen Leuten entpuppt, die spontan und völlig ungezwungen Seminare, sogenannte Sessions, halten und die Zuhörer mitdiskutieren lassen. Themen werden selbst gewählt oder vorgeschlagen. Ich habe mir beispielsweise eine Session über Web 2.0 in China von Oliver Ueberholz (von mixxt) und eine über das Headhunting von Vivian (zeniscalm) angehört. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt und abends gibt es dann noch gemeinsames Programm, das ich bis jetzt so kennengelernt habe: nach den Sessions gibt es PowerPoint Karaoke. Dabei werden irgendwelche PP-Präsentationen aus dem Netz gezogen und freiwillige stellen sich vorne hin, um, den Inhalt nicht kennend, darüber referieren. Das ist echt spannend, weil der Referent nicht weiß, welche Folie mit welchem Inhalt als nächstes kommt. Improvisation heißt es da also, was zu vielen lustigen Missverständnissen und Lach-Tränen in den Augen führt. Danach gehen dann viele noch zusammen essen und/oder feiern. Mein Fazit: gar nicht so freaky! Einen sehr guten Artikel über BarCamps bietet auch Franz Patzig: http://www.franztoo.de/?p=113

Nach diesem BarCamp-Wochenende konnte ich meinem ersten Arbeitstag in zwei Wochen gespannt entgegen sehen.