Re:publica08 in Berlin

Leider kann ich dieses Jahr nicht mit dabei sein bei dem großen Event der Internetszene. Aber zum Glück kann ich hier die Konferenzen bei der Re:publica per Live-Stream verfolgen.

Besonders interessiert hat mich die Diskussionsrunde: Die Zukunft von Social Networks. Ich stelle mir oft die Frage, wohin das ganze Online-Getue führen soll und was gibt es nicht, was es doch schon gibt!?!

Dirk Olbertz (NoseRub), Joel Berger (mySpace), Michael Brehm (StudiVZ) und Oliver Überholz (mixxt) waren bei der eben genannten Diskussionsrunde dabei.

Unter Anderem haben die Teilnehmer über das Thema Datensicherheit und Schutz der Jüngeren, sprich der unter 14-Jährigen bzw. bei SchülerVZ der unter 12-Jährigen debattiert. Es gab, gibt und wird wohl auch so schnell keine 100%ige Garantie dafür geben, die ausschließt, dass sich zu junge User bei den Netzwerken einen Account einrichten können. Joel Berger erwähnte, dass MySpace versucht unter 14-Jährige über Algorithmen herauszufiltern. Sie beobachten das Verhalten, schauen sich an, mit welchen Menschen jemand befreundet ist und wollen so erkennen können, wie alt derjenige ist. Ist das nicht fraglich? Diese Kontrolle ist ja keine Methode, die wirklich Sicherheit bietet.

Es wurde die Frage in den Raum gestellt, was es denn den jüngeren bringe, wenn sie sich in Netzwerken einloggen würden, die gar nicht im Interesse ihrer Altersgruppe stehen. Gute Frage eigentlich, dachte ich, weiß allerdings aus eigener Erfahrung, dass meine jüngere Kusine sich als Schülerin auch bei StudiVZ angemeldet hat, ganz einfach, ohne großen Aufwand…

Ein anderes interessantes Thema kam auf: Das Löschen von Daten! Was passiert mit den Daten, wenn ich sie lösche? Oliver von mixxt gab zu bedenken, dass das Löschen ein komplizierter Vorgang sei. Bei mixxt gibt es nicht nur User und Betreiber, sondern auch die Admins. Netzwerke, beispielsweise Eventnetzwerke, werden irgendwann, wenn das Event vorbei ist, inaktiv. Aber was ist weiter mit den Daten? Irgendwie haben die vier sich gut um das Thema gedrückt…

Später wurde es etwas philosphischer ;-). Dirk Olbertz führte an, dass man als User bei StudiVZ keine Möglichkeit habe, alle seine Daten für ALLE sichtbar zu machen, wenn man das möchte. Es gibt keine Möglichkeit außerhalb von StudiVZ bei Google gefunden zu werden. Als User habe man keine Wahl, keine Möglichkeit, auch wenn man Medienkompetenz besitze.

Aber es gibt eben Menschen, denen verantwortungsvoller Umgang mit Medien fehlt und dann werden evtl. junge Menschen zu etwas verführt, was sie nicht wollen. Das gab auch Michael Brehm zu verstehen und verteidigte die Schutzentscheidung von StudiVZ, die eben nicht diese Möglichkeit der globalen Offenheit bieten.

Oliver hat daraufhin folgenden Einwand gebracht: Wahl oder nicht Wahl! Will man eigentlich noch eine Wahl haben? Sind wir nicht froh, wenn uns die Entscheidung abgenommen wird und wir nicht zwischen zwei, oder wie es eigentlich viel häufiger der Fall ist, zwischen mehreren Alternativen täglich entscheiden müssen? Sein Beispiel über den Anbau von Gemüse machte es deutlich: die meisten von uns bauen Gemüse nicht selbst an, sondern überlassen die Art und Weise des Gemüseanbaus der Industrie. Wir geben unser Vertrauen also anderen, um uns darum nicht mehr kümmern zu müsen. Viele Menschen möchten keine zusätzlichen Entscheidungen mehr treffen und möchten sich lieber anderen Dingen widmen. Die Mehrheit ist froh, dass ihnen die Entscheidung abgenommen wird.

Zu der Frage, was nach den Social Networks noch kommen würde, gab es kontroverse Meinungen. Joel Berger bemerkte, dass es in Social Networks um Kommunikation, um Selbstdarstellung und um den Entdeckungsgedanken gehe und dass sich das nicht im großen Maße ändern würde.

Oliver und Michael hingegen sind der Meinung, dass es in Richtung moderner Ersatz für das Fernsehen gehen würde. Man wird nicht mehr konsumieren, was im TV angeboten wird, sondern man wird die Gelegenheit nutzen, online aktiv mit zu bestimmen was man konsumiert. Später wird es bspw. üblich sein, einen eigenen Stream zu bekommen und darüber zu sehen, was es neues bei Freunden gibt.

Ich bin auch der Meinung, dass Medienkonsum durch den Einsatz von Social Networks noch stärker personalisiert und individualisiert wird. Ob dabei die Qualität der Informationen verbessert wird oder auf der Strecke bleibt, bleibt abzuwarten und ich bin sicher, dass alles anders kommen wird, als man sich das heute vorstellen kann.

 

 

 

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